Corona

Informationen und Hilfestellungen

Liebe Mandantinnen und Mandanten,

die Entwicklung rund um "Covid-19" stellt uns alle vor neue Herausforderungen. Auf dieser Seite möchten wir Ihnen daher Ideen, Hilfestellungen und Maßnahmen vorstellen.

Sie benötigen Unterstützung? Kein Problem, auch oder gerade weil wir nun alle im HomeOffice sind, sind wir weiterhin für Sie da.

Diese Seite werden wir laufend aktualisieren. Letztes Update: Samstag 4. April / 17:15

Steuervorauszahlungen anpassen

Sobald Sie feststellen, dass bei Ihnen Aufträge in signifikantem Umfang wegbrechen, können wir für Sie sehr kurzfristig auf elektronischem Wege die Vorauszahlungen zur Einkommensteuer, Körperschaftsteuer oder Gewerbesteuer anpassen lassen. Auch eine Herabsetzung auf EUR 0,00 ist grundsätzlich möglich.

Angesichts der aktuellen Situation gehen wir ferner davon aus, dass die Anpassung auch für das bereits abgelaufene erste Quartal möglich sein wird. Zuviel gezahlte Vorauszahlungen könnten dann erstattet werden.

Bitte beachten Sie diesbezüglich Folgendes:

  • Teilen Sie uns am besten direkt die Höhe der Einkünfte bzw. Gewinne mit, welche Sie im Laufenden Jahr noch erwarten können. Wir benötigen diese Information für den Antrag.
  • Es ist selbstverständlich möglich, nach einem ersten Antrag im Laufe der kommenden Wochen oder Monaten weitere Anträge auf Anpassung zu stellen.
  • Wenn sich Ihre Situation wieder bessert, besteht grundsätzlich die Pflicht, das Finanzamt darüber zu informieren und die Vorauszahlungen dann wieder nach oben anpassen zu lassen.

Anpassung der Krankenkassenbeiträge

Wenn Sie als Selbständiger freiwillig gesetzlich versichert sind, besteht bei einem Gewinneinbruch (Link -> TK) die Möglichkeit, die Beiträge anpassen zu lassen.

Überlegen Sie auch, ob andere Versicherungen oder Altersvorsorgepläne kurzfristig bzw. temporär reduziert oder ausgesetzt werden können, falls notwendig.

Übrigens: Auch als Versicherter in der Künstlersozialkasse können Sie Ihre Beiträge unterjährig anpassen lassen. Das Formular für die sogenannte "Änderungsmitteilung" finden Sie hier.

Stundung und Vollstreckungsaufschub für Steuerforderungen

Das Bundesministerium der Finanzanzen hat mit dem Schreiben vom 19. März 2020 für unmittelbar und nicht unerheblich von der Coronakrise betroffene Steuerpflichtige die Möglichkeit geschaffen, bereits fällige Steuern zinslos zu stunden. Dies betrifft insbesondere folgende Steuern:

  • Einkommensteuer
  • Körperschaftsteuer
  • Umsatzsteuer

Die Lohnsteuer ist prinzipiell nicht stundungsfähig, bei der Gewerbesteuer liegt es in der Hand der jeweiligen Gemeinde.

Wir empfehlen ferner, die vereinnahmte Umsatzsteuer wirklich nur im absoluten Notfall zu stunden.

Im Übrigen sind die Finanzämter angehalten, für Betroffene der Coronakrise von Vollstreckungsmaßnahmen abzusehen. Folglich kann gegebenenfalls also auch ein Antrag auf Vollstreckungsaufschub gestellt werden.

Liquiditätsplan bis Jahresende erstellen

Wenn Sie selbständig sind oder ein Unternehmen führen, erstellen Sie bitte unbedingt einen Liquiditätsplan und aktualisieren Sie ihn laufend. Mit dem Liquiditätsplan verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Situation und können daraus die erforderlichen Maßnahmen und Handlungsspielräume ableiten.

Unsere Empfehlungen und Mindestanforderungen:

  • Planen Sie die Liquidität sowohl auf betrieblicher, als auch auf privater Ebene.
  • Planungszeitraum mindestens bis Jahresende.
  • Nutzen Sie Ihre bisherigen Zahlen (betriebswirtschaftliche Auswertungen, letzte Gewinnermittlung) als Vorlage.
  • Je gründlicher desto besser, denken Sie also auch an einmalige Kosten wie z.B. Versicherungen, die nur jährlich gezahlt werden.

Kurzanleitung:

  1. Beginnen Sie beispielsweise mit dem 1. April 2020 und schätzen Sie Ihre an diesem Tag verfügbaren Finanzmittel ein (Startwert).
  2. Erfassen Sie für die kommenden Monate bis Jahresende die voraussichtlich zu erwartenden Einnahmen, aktualisieren Sie dies laufend.
  3. Erfassen Sie die monatlichen Fixkosten (Löhne, Miete, usw.)
  4. Erfassen Sie auftragsabhängigen, variablen kosten, aktualisieren Sie dies laufend.
  5. Monatliche Summe ziehen / Stand Finanzmittel monatlich fortschreiben.

Weitergehende Informationen zu diesem Thema finden Sie z.B. auch bei Haufe.

Sichern Sie Schlüsselpositionen doppelt ab - auch privat

Auch der beste Schutz wird vielleicht nicht verhindern können, dass Personen und Mitarbeiter - oder auch Sie selber - zeitweise krankheitsbedingt ausfallen werden. Wir empfehlen daher, Schlüsselpositionen unbedingt und umgehend durch Vertreter abzusichern. Denken Sie dabei insbesondere an Folgendes:

  • Zugriffsrechte und Zugriffsmöglichkeiten (insb. Daten & Server, Bankkonto, wichtige Unterlagen, Adressbuch und Ansprechpartner)
  • Passwörter
  • Aufgabenlisten & Anleitung

Besonders wichtig: Testen Sie die Prozesse, lassen Sie den oder die Vertreter die Aufgaben einmal durchspielen. Im Rahmen unserer Vorbereitungen in der Kanzlei konnten wir dadurch Lücken aufdecken - und schließen.

Wir empfehlen ferner, auch für den privaten Bereich sicherzustellen, dass wichtige Unterlagen, Informationen und Kontaktdaten jederzeit griffbereit und verfügbar sind. Stellen Sie beispielsweise eine Notfallmappe zusammen, welche Sie in Kopie im engen Verwandten- und Bekanntenkreis verteilen.

Soforthilfe & Notfallfonds

Schutzschirm Hamburg / Hamburger Corona Soforthilfe (HCS) Die Freie und Hansestadt Hamburg bietet im Rahmen des „Hamburger Schutzschirms für Corona-geschädigte Unternehmen und Institutionen“ mit finanzieller Unterstützung des Bundes einen Zuschuss für betroffene Solo-Selbständige, Freiberufler sowie kleine und mittlere Betriebe aus Hamburg. Die Förderbeträge liegen je nach Unternehmensgröße und Höhe des Liquiditätsengpass zwischen 2.500 Euro und 30.000 Euro. Die Beantragung der Förderung erfolgt vollständig digital über die Internetseite der IFB Hamburg. Die Antragsstellung ist ab Montag, den 30.03.2020 möglich.

Ausführliche Informationen gibt es hier.

WICHTIG 1: Laut dem Eckpunktepapier des BMWi handelt sich bei den Soforthilfen um "steuerbare Zuschüsse". Demnach sind die Gelder zwar umsatzsteuerfrei, stellen aber steuerpflichtige Einnahmen bezüglich der Einkommensteuer, Gewerbesteuer und/oder Körperschaftsteuer dar.

WICHTIG 2: Zu Beginn des Antragsverfahrens waren noch viele Fragen offen. Die IFB aktualisierte aber zuletzt ein- oder zweimal täglich die FAQs, welche nunmehr kritische Fragen beantworten. Die FAQs finden sich ganz am Ende der Seite.

Soforthilfen anderer Bundesländer Auch anderer Bundesländer bitten Hilfsprogramme wie das HCS an. Eine Übersicht bietet diese Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Nothilfe der GVL GVL-Berechtigte können eine Nothilfe in Höhe von EUR 250,00 beantragen.

Nothilfe-Programm für GEMA-Mitglieder Ebenso hat die GEMA ein Nothilfe-Programm ins Leben gerufen. Weitere Informationen gibt es hier.

Nothilfefonds der Deutschen Orchesterstiftung Die Deutsche Orchesterstiftung hat einen Nothilfefonds eingerichtet (Einmalzahlung bis EUR 500,00).

Weitere Handlungsmöglichkeiten

Kurzarbeitergeld Mit dem Kurzarbeitergeld wird bei vorübergehendem Arbeitsausfall die Weiterbeschäftigung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ermöglicht und Entlassungen können vermieden werden. Als Entgeltersatzleistung trägt die Agentur für Arbeit die Kosten (seit kurzem auch einschließlich der Sozialabgaben).

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseiten der Bundesagentur für Arbeit sowie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Arbeitslosengeld I und II Sofern Sie als Selbständiger oder Unternehmer freiwillig in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung einzahlen, können Sie sich unter bestimmten Voraussetzungen arbeitslos melden und Arbeitslosengeld I beziehen.

Notfalls kann auch ein Antrag auf Arbeitslosengeld II ("Hartz IV") in Erwägung gezogen werden. Der Zugang zur Grundsicherung wurde im Rahmen der schnellen Corona-Gesetzgebung erleichtert. Hier geht es zu den FAQs der Bundesagentur für Arbeit.

Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz Das Anwaltsblatt informiert in diesem Artikel darüber, inwiefern Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz im Fall einer vorgeschriebenen Quarantäne beantragt werden können.

KFW-Kredit Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau gewährt insbesondere als Teil des Maßnahmenpaketes der Bundesregierung zur Corona-Krise zinsgünstige Darlehen. Dieser Schritt will selbstverständlich wohl überlegt sein, denn ein Kredit muss natürlicherweise zu einem späteren Zeitpunkt zurückgezahlt werden.

Geschäftsmodell neu denken oder umbauen Vielerorts werden Geschäftsmodelle derzeit in Windeseile und zum Teil sehr erfolgreich an die neue Situation angepasst. Yoga-Studios verlegen den Unterricht mit Konferenz-Systemen wie Zoom ins Internet, Restaurants setzen auf "ToGo". Sicherlich gibt es nicht für alle Geschäftsmodelle eine passende Alternativlösung, allerdings zeigt sich dieser Tage auch, dass vieles, was bisher unmöglich schien, doch machbar ist.

Linksammlung / Weiterführende Informationen